ETH London Update

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ETH London Update von Ethereum 2.0

Größtes Ethereum-Update der letzten Jahre erfolgreich im Test-Netzwerk installiert


Für den Juli steht die Integration des seit über einem Jahr diskutierten Verbesserungsvorschlags EIP-1559 auf dem Ethereum-Mainet an. Er wird Teil des größeren London-Updates sein.

Die Umsetzung des Ethereum Improvement Proposal (EIP) 1559 gilt als größtes und einflussreichstes Update der Blockchain in den letzten Jahren. Es soll das Ethereum-Netzwerk günstiger und schneller machen, indem es die Transaktionsgebühren neu strukturiert. Die Regelung wurde im Verlaufe des All-Core-Developers-Call am 5. März 2021 beschlossen und wird in das London-Update einfließen.

Deine @emily_is_online

ETH – Die Spannung steigt

Am 24. Juni 2021 wurde EIP-1559 erfolgreich auf dem Testnetzwerk Ropsten installiert. Probleme gibt es bislang nicht. Wie es aussieht, wird London planmäßig ausgerollt werden können.

Einheitliche Gebühr statt Auktionsprinzip

EIP-1559 ändert ein grundlegendes Konzept des Ethereum-Netzwerks, nämlich jenes der sogenannten Gas-Fees. Bislang werden die Transaktionsgebühren im Netzwerk durch die Miner, die eben diese Transaktionen ausführen, eigenverantwortlich festgesetzt.

Die Transaktionsgebühr, die sogenannte Gas-Fee, soll dabei die tatsächlichen Rechenkosten für eine konkrete Transaktion abbilden und wird von den Minern erhoben, die die Transaktion letztlich durchführen. Sie ist nicht festgeschrieben und wird nach Marktgesetzen reguliert.

Ist auf der Ethereum-Chain gerade viel los, wird die Gebühr höher sein als bei geringerer Auslastung. Das gilt grundsätzlich für alle Chains. Das Problem ist, dass Ethereum inzwischen tendenziell stark belastet ist, sodass sich die Gebühren in den letzten Monaten in teils exorbitante Größenordnungen entwickelt haben. 

Hinzu kommt noch, dass Transaktionen mit unterschiedlichen Prioritäten versehen werden können. Je schneller eine Transaktion abgearbeitet werden soll, desto höher der Preis. Im chronisch verstopften Ethereum-Netzwerk wird daher gern mit höherer Priorität gearbeitet, was den Preisunterschied noch einmal deutlich erhöht.

Künftig soll es stattdessen eine algorithmisch festgelegte Basefee geben. Das ist eine Basisgebühr, die nicht für jede Transaktion neu verauktioniert werden muss. Die errechnete Basefee soll dabei den Grad der Auslastung des Netzwerks berücksichtigen und sich schrittweise erhöhen oder verringern. Ebenso soll die Blockgröße im Netzwerk dynamisch verändert werden, um Verstopfungen entgegenzuwirken.

Die so festgelegte Basefee wird im Zuge der Transaktion „geburnded“ (dt. verbrannt), also vom Protokoll vernichtet. Niemand profitiert von diesen Zahlungen, die durch die neue Regelung stets auf Ether festgelegt bleiben.

Miner erhalten „Tips“

Es ist verständlich, dass sich weite Teile der Miner-Community nicht mit dem Vorschlag anfreunden konnten, weil ihnen damit ein ganz wesentlicher finanzieller Anreiz verloren geht.

Der EIP-1559 beinhaltet aber immer noch ein Anreizsystem, den sogenannten Tip oder Inclusion-Fee. Nutzer können künftig zusätzlich zur Basefee eine Überschusszahlung, eben den Tip, anbieten, um die Verarbeitung auf der Chain zu priorisieren. Diese Tips erhalten nur die Miner.

Damit dürften sie bei Weitem nicht auf ihre bisherigen Umsätze kommen. Die hatten allein im Februar 2021 und allein bei Transaktionsgebühren bei rund 723 Millionen US-Dollar gelegen.

Dennoch gibt es auch Miner, die dem Vorschlag positiv gegenüberstehen. Sie sehen die aktuellen Probleme des Ethereum-Netzwerks recht nüchtern und erkennen an, dass sie zur Lösung beitragen müssen, um das Netzwerk zukunftssicher und natürlich auch attraktiv zu halten. 

Ethereum-Fachleute gehen ohnehin davon aus, dass sich bei anhaltendem Erfolg der Ethereum-Blockchain das Problem weg von den Gas-Fees hin zu den Tips verlagern wird. Nach dieser Erwartung würden Miner schlicht jene bevorzugt behandeln, die die höchsten Tips, statt – wie bisher – die höchsten Gas-Fees zu zahlen bereit sind.

Nutzer und Entwickler stehen voll hinter dem Vorschlag

Auf der Seite der Nutzer und der Ethereum-Applikationsentwickler, also der Seite, die die Transaktionsgebühren bezahlen muss, erfreut sich EIP-1559 größter Unterstützung. Der weltgrößte Krypto-Verwalter Grayscale Investments sieht im Vorschlag eine essenziell wichtige Fortentwicklung des Ethereum-Netzwerks.

Vor allem wegen dem Konzept des Verbrennens der Transaktionsgebühren und der damit verbundenen Verknappung des Ether-Bestands hatte Grayscale einen starken Aufwärtstrend für den Ether-Kurs vorausgesagt. Ob sich diese Prognose trotz der massiven Korrekturen der letzten Wochen als richtig erweisen wird, bleibt abzuwarten, wird aber von verschiedenen Experten angenommen, mich eingeschlossen. 

Analyst Van Ness: Erheblichen Aufwärtsdruck von ETH

Analyst Van Ness EIP 1559 ethereum update

Der Analyst Evan Van Ness von „This Week in Ethereum“ prognostiziert seinen knapp 40.000 Twitter-Followern, dass EIP-1559 „sehr wahrscheinlich zu einer negativen Emission führen wird, die wahrscheinlich einen erheblichen Aufwärtsdruck auf den Fiat-Preis von ETH ausüben wird.“

Auch den Minern werde das Update helfen, ist Van Ness überzeugt. Die würden nämlich vom Kundensupport befreit, wenn die Abrechnung der Gas-Fees nicht mehr bei ihnen liege. Alles, was Nutzer tun müssten, sei die Base-Fee zu zahlen. Der Prozess sei im Vergleich zur bisherigen Vorgehensweise stark abstrahiert.

Weiterhin werde EIP-1559 deutliche Anreize für die Einführung von Layer-2-Ansätzen oder (besser noch) ganzer Sidechains. Denn bislang sei das Bezahlen der Miner ohne Effekt auf die Gas-Fee möglich. Künftig führe jede Aktion dazu, dass die Hälfte der Base-Fee verbrannt würde. Daran könnten Miner kein Interesse haben.

Mining wird schrittweise erschwert

Ungeachtet des Widerstands der Miner und Mining-Pools war EIP-1559 letztlich verbindlich vereinbart worden. Schon mit dem Beschluss hatten die Core-Entwickler Gegenmaßnahmen der opponierenden Miner befürchtet, weshalb sie EIP-3238 ebenfalls zur Inklusion in das kommende Update aufgenommen haben.

Dabei handelt es sich um die technische Implementation einer Difficulty-Bomb. Die soll das Mining auf Ethereum schrittweise erschweren. Mit der Kombination der beiden Vorschläge wollen die Core-Entwickler erreichen, dass ein Forking von Ethereum zumindest nur unter Überwindung technischer Hindernisse möglich ist.

Tatsächlich hatten Miner unmittelbar im Nachgang zu dem Beschluss eine sogenannte 51-Prozent-Attacke angedroht. Dabei handelt es sich um den Versuch einer konzertiert agierenden Einheit, die Kontrolle über die Blockchain zu übernehmen. Im Gegenzug hatte Ethereum-Mastermind und Gründer Vitalik Buterin gleichsam damit gedroht, den Versionswechsel auf Ethereum 2.0 vorzuziehen, der das Konsensmodell von Proof-of-Work auf Proof-of-Stake umstellt. Das würde Minern die Grundlage entziehen.

Inzwischen ist Buterin diesbezüglich wieder ruhiger geworden. Zuletzt hatte er eingeräumt, dass das Versions-Update durchaus noch einige Jahre in der Zukunft liegen könnte.

MEV kann Minern Umsatzausfall teilweise kompensieren

Wie es scheint, werden sich Miner mit der neuen Regelung wohl letztlich anfreunden. Ein Ersatz für entgangene Transaktionen (neben den Tips) steht ohnehin bereits bereit. Mit dem sogenannten „Miner Extracted Value“ (MEV) können Miner ihren Einfluss bei der Zusammenstellung von Blöcken nutzen, um profitablere Trades weiter vorn in der Verarbeitungsreihenfolge zu platzieren.

Im Defi-Bereich erfreut sich MEV bereits einiger Beliebtheit. Defi-Trader bieten dabei die Gebühren hoch, um sich ihren Platz im Block zu sichern. Ethereum-Mining-Pools werden wohl künftig verstärkt MEV-Software einsetzen, um diese bislang ungenutzte Einnahmequelle zu erschließen.

Vorschlag von Vitalik Buterin

Die Grundidee des EIP 1559 geht auf Vitalik Buterin, Mitgründer und Erfinder von Ethereum, zurück. Der hatte im August 2018 einen Vorschlag (PDF) formuliert, der die gerechtere und dem tatsächlichen Aufwand eher entsprechende Berechnung von Transaktionsgebühren auf der Blockchain betrifft. Der Beitrag ist zuerst am 7. März 2021 erschienen und wurde zuletzt am 26. Juni 2021 vollständig aktualisiert.

Die meisten von euch werden auch Ether in ihrem Portfolio halten oder schon mit der Kryptodevise zu tun gehabt haben. Daher wisst ihr nur zu gut, wie hohe Transaktionsgebühren und lange Verarbeitungszeiten dem Netzwerk zunehmend zu schaffen machen. Ich blicke daher der Entwicklung von Ethereum und auch dem Update auf Ethereum 2.0 sehr positiv entgegen und bin, wie auch schon öfter hier erwähnt, ein großer Fan von Ethereum. Es ist zudem eine meiner stärksten Positionen. Wenn Dich generell die Umstellung auf Ethereum 2.0 interessiert und Du wissen möchtest, was Du dort genau zu beachten hast, dann klicke Dich hier durch. Ich habe einen eigenen Blogpost, sowie Podcast dazu gemacht und auch eine eigene Fragenrubrik dazu geführt. Bleibe zudem gerne hier und auf Spotify abonniert und verpasse keine wichtigen Neuerungen mehr in diesem Bereich.

Veröffentlicht von emilyisonline

Content Marketer, Crypto & Blockchain Industry

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